|
ÄRHOLMEN
Das Gebäude auf Ärholmen ist einzigartig in Schweden.
Es wurde ausschließlich für die Herstellung von Gas gebaut.
Von hier aus wurden von 1918 bis 1965 200 Leuchtfeuer
und eine Unzahl Bojen zwischen Varberg und der norwegischen Grenze
versorgt. Gustaf Daléns geniale Erfindungen waren einfach und zuverlässig.
Schwedische Leuchtfeuerlampen wurden bis in die achtziger Jahre
dieses Jahrhunderts mit Gas betrieben, ehe es durch Solarzellen
und Batterien ersetzt wurde.
Durch Mischen von Karbid und Wasser entstand Azetylengas,
das in Hundertkilobehälter gefüllt wurde. Das Gas ist sehr explosiv.
Elektrische Apparate durften in der Nähe nicht benutzt werden. Licht,
erzeugt von Gaslampen, erhielten die Arbeiter von außen durch die
Fenster.
Ein kleiner Funke konnte eine Explosion verursachen.
Auf Ärholmen wohnten drei Leuchtturmwärter und ein Meister mit ihren
Familien und Schafen, Hunden und Hühnern. Die Frauen waren mit der
Arbeit im Haushalt voll ausgelastet.
Die Menschen lernten, eigene Wettervorhersagen zu
machen. Wenn die Möwen baden, ihre Federn putzen und wie verrückt
nach Futter sind, dann ist ein Sturm im Anzug. Vom Küchentisch aus
konnte man sehen, in welche Richtung der Wind blies. Die Möwen stehen
immer mit dem Schnabel zum Wind. War das Haus voller Fliegen, so
gab es ein Gewitter.
Mystische Dinge geschehen hier draußen. Im Haus des
Meisters sind Schritte auf der Bodentreppe und Klopfzeichen an der
Tür zu hören. Wagt man es, bis Mitternacht aufzubleiben, kann man
einen grauen kleinen Mann sehen, der zwischen dem Tischlereischuppen
und dem Haus des Meisters hindurch schleicht.
|